EIN KAFFEE ÜBERWINDET GRENZEN 


"Nassau Affair" als Partnerprodukt zwischen Ocotal und Wiesbaden 


Esther Jacobs, Zeitungsartikel vom 10.09.2004 
 


 

Durch das Büro von Oberbürgermeister Hildebrand Diehl könnte in Zukunft ein nicaraguanischer Duft wehen. Schließlich ist Diehl Schirmherr des Partnerschafts-Kaffees "Nassau Affair".

Die Wiesbadener Vereine "Eine Welt Zentrum" und "Nueva Nicaragua" werden noch vor Herbstbeginn die wohlschmeckenden Bohnen für die Region Wiesbaden, Rheingau, Lahn und

Taunus auf den Markt bringen. Die seit 1990 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Wiesbaden und Ocotal wird nach Überzeugung von Heinz-Werner Hetmeier, Mitglied der Aktivgruppe

"Nassau Affair", noch vertieft. Ein Teil der Kaffeebohnen stammt von Bäuerinnen aus Ocotal.

Fünf alleinerziehende Frauen haben sich in der Kooperative "Las Gaviotas" zusammengeschlossen und bauen in einer Höhe von 1400 Metern Kaffee an. Sie leben in ärmlichsten Verhältnissen und haben 27 Kinder zu versorgen. Durch den fairen Preis, den sie für den Kaffee bekommen, können sie ihre Lebensverhältnisse verbessern. Die unfairen, niedrigen Kaffeepreise auf dem Weltmarkt haben zu Verelendung vieler Kaffeebauern in der Dritten Welt geführt, sagen die Initiatoren.

Das Projekt "Nassau Affair" will hier gegensteuern. Das faire Geschäft spiegelt sich auch in dem Namen des Kaffees wieder - "Nassau Affair".
"Nassau" soll an das ehemalige Herzogtum Nassau erinnern. Wer sich bei dem Wort "Affair"

eher an ein Tete á Tete erinnert fühlt, der liegt für Hetmeier auch gold- beziehungsweise kaffeebraun richtig. "Das milde, harmonische Aroma wirkt sich gleich auf die Beziehung aus",

fügt er scherzhaft hinzu. Das gute Aroma wird durch eine spezielle Mischung in der Rösterei

Niehoff in Gronau erzeugt. Hier werden die Kaffeebohnen aus Nicaragua, Kolumbien und

Mexiko zu einem "Spitzenkaffee" vermischt, so Hetmeier. Dabei gilt: je größer die Bohne,

desto besser der Geschmack. Der natürliche Geschmack ist auch eine Folge des biologischen Anbaus. Die Kaffeebohnen reifen ohne Pestizidbehandlung heran. Das erhöhe die Qualität der importierten Bohnen, die in der Wiesbadener Region weitere Unterstützung erhalten.

Die Spitzenmischung wird über lokale "Dritte Welt Läden" unter anderem in Geisenheim, Wiesbaden, Hochheim und Limburg verkauft. Dem haben sich einige Bauernhofläden ange-

schlossen und sogar an einigen Wiesbadener Schulen, der Blücherschule und dem Gymnasium

am Mosbacher Berg, wird "Nassau Affair" getrunken. Wer in den Genuss einer dampfenden

Tasse Kaffee kommen möchte hat dazu am Samstag, 11. September die Möglichkeit. Beim

Fest für Körper und Sinne auf dem Dernschen Gelände und bei den Wiesbadener Fototagen

wird "Nassau Affair" ausgeschenkt. Eingeschenkt wird der Hochlandkaffee in die eigenen

Tassen mit dem Logo der Marke, einem Jugendstilpärchen, ganz in der Tradition des

Nassauer Herzogtums. Hergestellt werden diese Tassen übrigens in Indien. Bei einer heißen

Tasse Kaffee könnten sich so vielleicht auch Partnerschaften und Beziehungen zwischen

Menschen aus Wiesbaden, Nicaragua, Mexiko, Kolumbien und Indien entwickeln.